Die Wurzelamputation – in der zahnmedizinischen Fachsprache auch als Radektomie, Wurzelresektion oder Hemisektion (im Speziellen bei zweiwurzeligen Zähnen) bezeichnet – ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem eine einzelne Wurzel eines mehrwurzeligen Zahnes entfernt wird, während die Zahnkrone und die verbleibenden Wurzeln erhalten bleiben. Dieses zahnerhaltende Verfahren wird eingesetzt, wenn eine der Wurzeln eines Backenzahns irreversibel geschädigt ist – durch schwere parodontale Knochentaschen, eine Längsfraktur, eine Wurzelperforation oder eine nicht behandelbare Wurzelkanalentzündung –, während die übrigen Wurzeln gesund und für eine langfristige Versorgung geeignet sind. Die Wurzelamputation ist damit ein Kompromissverfahren zwischen vollständiger Extraktion und Totalerhalt des Zahnes: Sie erlaubt es, einen Zahn zu erhalten, der ohne den chirurgischen Eingriff verloren gegangen wäre, und spart dem Patienten unter Umständen eine aufwändige implantologische Versorgung. Am häufigsten wird die Wurzelamputation an oberen Sechsjahrmolaren (ersten Oberkiefermolaren) durchgeführt, die drei Wurzeln besitzen; die palatinale Wurzel oder eine der beiden mesiobukkal-distobukkal-Wurzeln kann einzeln reseziert werden. In unserer Zahnarztpraxis Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek führen wir Wurzelamputationen mit moderner chirurgischer Technik und vorheriger sorgfältiger Indikationsstellung durch. Als Zahnärzte und Zahnärztinnen mit Leidenschaft ist der Zahnerhalt – wo medizinisch sinnvoll – unser oberstes Ziel.
Wir sind Zahnärzte in Hamburg-Wandsbek und helfen Ihnen gerne weiter.
Indikationen und Voraussetzungen
Eine Wurzelamputation ist indiziert, wenn eine einzelne Wurzel eines mehrwurzeligen Zahns irreversibel kompromittiert ist, die restlichen Wurzeln jedoch eine günstige Prognose aufweisen. Typische Indikationen umfassen: schwere lokalisierte Parodontitis mit vertikalem Knochenverlust bis zur Wurzelspitze einer einzelnen Wurzel, während die benachbarten Wurzeln noch ausreichend Knochen aufweisen; Längsfrakturen einer Wurzel, die chirurgisch nicht zu reparieren sind; iatrogene Perforationen oder instrumentelle Fraktur in einem Wurzelkanal, die endodontisch nicht beherrschbar sind; sowie persistierende periapikale Entzündungen an einer Wurzel nach vorheriger Wurzelkanalbehandlung, bei denen eine Wurzelspitzenresektion nicht möglich ist. Voraussetzung für den Eingriff ist eine erfolgreich abgeschlossene Wurzelkanalbehandlung aller zu erhaltenden Wurzeln; die Okklusion muss so umgestellt werden können, dass der verkürzte Zahn keine übermäßigen seitlichen Kräfte erhält. Kontraindiziert ist die Wurzelamputation, wenn die verbleibenden Wurzeln selbst parodontal stark kompromittiert sind, wenn die Furkationsanatomie eine saubere Durchtrennung nicht erlaubt oder wenn der Patient eine schlechte Mundhygiene aufweist, die das langfristige Ergebnis gefährdet. Unser Prophylaxe mit System-Konzept umfasst die parodontale Vorkonditionierung vor dem Eingriff sowie die engmaschige Nachsorge danach.
Chirurgischer Ablauf der Wurzelamputation
Der chirurgische Ablauf der Wurzelamputation beginnt mit einer sorgfältigen präoperativen Röntgendiagnostik, die die Anatomie der Wurzeln, den Furkationsbereich und den verbleibenden Knochen exakt darstellt; häufig ist eine dreidimensionale digitale Volumentomographie (DVT) notwendig, um die räumliche Lage der Wurzeln und etwaiger Nervläufe sicher zu beurteilen. Unter Lokalanästhesie wird ein Mukoperiostlappen präpariert, der den Furkationsbereich freilegt; die zu entfernende Wurzel wird mit einer chirurgischen Turbine an der Furkation durchtrennt, mit einer Zange herausgezogen und die Schnittfläche geglättet und poliert. Die verbleibende Stumpffläche am Zahnkörper muss gleichmäßig abgerundet sein, um Plaqueretention und Sekundärkaries zu minimieren; gegebenenfalls wird der Furkationsbereich mit Knochenersatzmaterial und einer Barrieremembran regenerativ versorgt. Nach Naht und Wundheilung – in der Regel sechs bis acht Wochen – wird die definitive prothetische Versorgung des Zahns geplant, meistens als Vollkrone, die die neue Zahnform abdeckt und die Kräfte günstig auf die verbliebenen Wurzeln verteilt. Unser Wiki-Beitrag zur zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung erklärt, wie wir resezierte Zähne im Recall auf Randspalte, Sekundärkaries und parodontale Stabilität überprüfen.
Hemisektion als Sonderform
Die Hemisektion ist eine Sonderform der Wurzelamputation, die ausschließlich an zweiwurzeligen Unterkiefermolaren angewendet wird: Dabei wird der Zahn mitsamt seiner Krone und der betroffenen Wurzel hälftig durchtrennt und die kompromittierte Hälfte entfernt, während die gesunde Zahnhälfte als eigenständiger Zahn – mit eigenem Kronenteil und eigener Wurzel – restauriert und weitergenutzt wird. Die Hemisektion erlaubt es damit, aus einem unheilbaren Molaren zwei kleine, selbstständig funktionierende Zahneinheiten zu machen; die verbleibende Halbkrone kann direkt überkront werden. Voraussetzung ist auch hier eine vollständige Wurzelkanalbehandlung der erhaltenen Hälfte und eine parodontale Stabilität des Restzahns. Klinische Studien zeigen, dass Hemisektionen und Wurzelamputationen bei korrekter Indikation und guter Mundhygiene Überlebensraten von 70 bis 90 Prozent nach zehn Jahren erzielen – vergleichbar mit implantatgestützten Einzelzahnkronen in diesem Bereich. Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen sind für Patienten nach Wurzelamputationen besonders wichtig, da die veränderte Zahnmorphologie an der Furkation schwer zu reinigen ist. Unsere Leistungsseite zur Parodontologie erklärt, wie eine engmaschige parodontale Nachsorge die Langzeitprognose resezierter Zähne sichert.
Prognose und prothetische Nachversorgung
Die Prognose eines wurzelamputierten Zahnes hängt entscheidend von der Qualität der endodontischen Vorbehandlung, der parodontalen Ausgangssituation, der chirurgischen Präzision und der prothetischen Nachversorgung ab. Nach abgeschlossener Wundheilung wird der Zahn in der Regel mit einer Vollkrone versorgt, die die Kaufläche und die neue anatomische Form des resezierten Zahns schützt und die Kaukräfte gleichmäßig auf die verbliebenen Wurzeln überträgt. Bei der Präparation und Kronengestaltung muss der Zahntechniker die veränderte Zahnform berücksichtigen: Der Zahnquerschnitt ist nach der Amputation kleiner, die Kronenachse kann verschoben sein, und der Furkationsbereich muss hygienisch zugänglich gestaltet werden. Eine Alternative zur Wurzelamputation ist die Extraktion des gesamten Zahnes mit anschließender Implantatversorgung; unsere Leistungsseite zu Zahnimplantaten erklärt, wann ein Implantat die überlegene Versorgung ist. Unser Wiki-Beitrag zur richtigen Mundhygiene zu Hause gibt spezifische Pflegeempfehlungen für Patienten mit wurzelamputierten Zähnen.
- Indikation: eine Wurzel irreversibel geschädigt, restliche Wurzeln parodontal und endodontisch stabil
- Chirurgie: DVT-Diagnostik, Durchtrennung an der Furkation, Glättung der Stumpffläche
- Hemisektion: Sonderform am Unterkiefermolaren – Hälfte entfernen, Hälfte als eigener Zahn erhalten
- Prognose: 70–90 % nach 10 Jahren bei guter Mundhygiene und parodontaler Nachsorge
Fazit: Wurzelamputation bei Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek
Die Wurzelamputation ist eine anspruchsvolle zahnerhaltende Maßnahme, die in den richtigen Händen und bei korrekter Indikation einen Backenzahn langfristig retten kann. In unserer Zahnarztpraxis Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek bewerten wir jeden Fall individuell und klären Sie transparent darüber auf, ob eine Wurzelamputation, eine Hemisektion oder die Extraktion mit Implantatversorgung die beste Lösung für Sie ist. Als Zahnärzte und Zahnärztinnen mit Leidenschaft stehen Zahnerhalt und Ihre Lebensqualität im Mittelpunkt jeder Entscheidung. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin in unserer Zahnarztpraxis in Hamburg-Wandsbek und lassen Sie Ihren Zahn professionell beurteilen.

