Die Unterfüllung – in der Zahnmedizin auch als Unterlage, Cavity liner oder Basismaterial bezeichnet – ist ein Material, das vor dem eigentlichen Füllstoff in eine Kavität (Zahnhohlraum nach Kariesentfernung) eingebracht wird, um die Zahnpulpa vor thermischen, chemischen oder mechanischen Reizen zu schützen und die biologische Heilungsreaktion des Zahns zu unterstützen. Die Unterfüllung bildet eine Schutzschicht zwischen der tiefen, pulpanahen Kavitätenwand und der definitiven Füllung und hat je nach Material verschiedene therapeutische Funktionen: Calciumhydroxid-Pasten stimulieren die Bildung von Tertiärdentin (Reizdentin) und werden bei tiefen Kavitäten nahe der Pulpa eingesetzt; Glasionomerzement-Unterfüllungen haften chemisch an Dentin, setzen Fluorid frei und dichten die Kavität gegen bakterielle Mikroleckage ab; moderne Dentinhaftmittel (Bondingsysteme) ersetzen in vielen Fällen die klassische Unterfüllung, indem sie gleichzeitig als Adhäsivschicht für das Komposit und als Schutzbarriere für die Pulpa wirken. Die Entscheidung, ob und welches Unterfüllmaterial eingesetzt wird, hängt von der Tiefe der Kavität, der Restwandstärke des Dentins, dem Vitalitätsbefund des Zahns und der Art der geplanten definitiven Restauration ab. In unserer Zahnarztpraxis Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek wählen wir das Unterfüllmaterial sorgfältig nach dem klinischen Befund aus und orientieren uns dabei an den aktuellen Leitlinien der deutschen Zahnerhaltung. Als Zahnärzte und Zahnärztinnen mit Leidenschaft ist auch das vermeintlich unsichtbare Detail unter der Füllung ein wichtiger Teil unserer Behandlungsqualität.
Wir sind Zahnärzte in Hamburg-Wandsbek und helfen Ihnen gerne weiter.
Calciumhydroxid als klassisches Unterfüllmaterial
Calciumhydroxid (Ca(OH)₂) ist seit Jahrzehnten das klassische Unterfüllmaterial für tiefe Kavitäten mit pulpanaher Dentinwand. Sein stark alkalischer pH-Wert (12–13) tötet Residualbakterien ab, neutralisiert Säuren und stimuliert Odontoblasten zur Bildung von Tertiärdentin, das die Pulpahöhle gegen die präparierte Kavität abschirmt. Moderne Calciumhydroxid-Materialien liegen als lichtreaktive, lichthärtende Einkomponenten-Gele (z. B. Dycal LC) vor, die einfach appliziert und gehärtet werden. Ein Nachteil von Calciumhydroxid ist seine geringe Festigkeit und Löslichkeit in der Mundfeuchtigkeit; aus diesem Grund wird Calciumhydroxid heute nicht mehr flächendeckend eingesetzt, sondern nur noch für die direkte Überkappung einer exponierten Pulpa oder als punktueller Schutz einer pulpanahen Stelle verwendet. Calcium-Silikat-Materialien (Biodentine, MTA) haben Calciumhydroxid in vielen Indikationen abgelöst, da sie eine höhere mechanische Stabilität und bessere Randschlussqualität bieten. Unser Prophylaxe mit System-Konzept umfasst eine regelmäßige Kontrolle von Füllungsversorgungen auf klinische und röntgenologische Anzeichen einer Pulpairritation.
Glasionomerzement als Unterfüllmaterial
Glasionomerzement (GIZ) ist ein vielseitiges Restaurations- und Unterfüllmaterial mit chemischer Haftung an feuchtem Dentin und kontinuierlicher Fluoridfreisetzung. Als Unterfüllung eingesetzt, bildet GIZ eine antibakteriell wirkende Sperrschicht am Kavitätenboden, die Restbakterien inaktiviert und Sekundärkaries langfristig hemmt. GIZ wird als Unterfüllung vor Kompositfüllungen eingesetzt, wenn das Karies-Dentin in der Tiefe der Kavität nicht vollständig entfernt wurde (schrittweise Kariesentfernung bei hohem Pulpa-Risiko) oder wenn die Verbindung von Kompositfüllung und tiefem Kavitätenboden durch Feuchtigkeit kompromittiert wäre. Besonders hochvisköse Glasionomerzemente (z. B. Ketac Molar, Fuji IX) eignen sich als Unterfüllbasis in tiefen Kavitäten des Seitenzahnbereichs: Sie tolerieren Feuchtigkeit, sind sofort belastbar und bieten durch ihre Fluoridfreisetzung einen anhaltenden kariespräventiven Schutz unter der definitiven Füllung. Unser Wiki-Beitrag zur zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung erklärt, wie wir tiefe Kavitäten röntgenologisch und klinisch beurteilen, bevor wir die Restaurationsstrategie und den Einsatz einer Unterfüllung festlegen.
Moderne Adhäsivsysteme als Ersatz der klassischen Unterfüllung
In der modernen adhäsiven Zahnmedizin übernehmen Dentinhaftmittel (Etch-and-Rinse- oder Self-Etch-Adhäsive) in vielen Fällen die Funktion der klassischen Unterfüllung: Sie konditionieren die Dentinoberfläche durch Hybridisierung (Infiltration der Monomere in die geöffneten Dentintubuli), verschließen die Tubuli und bilden eine permeabilitätsmindernde Schicht, die die Pulpa vor nachfolgenden Reizen schützt. Diese Doppelrolle als Adhäsivschicht und Pulpaschutzbarriere macht eine separate Unterfüllung in mitteltiefen Kavitäten in vielen Fällen entbehrlich. Bei sehr tiefen Kavitäten mit Restdentinstärke unter 0,5 mm bleibt der selektive Einsatz eines bioaktiven Unterfüllmaterials (Calciumsilikat, Calciumhydroxid) vor der Adhäsiv-Applikation die sicherste Option. Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen ermöglichen die Langzeitkontrolle aller restaurativen Versorgungen auf klinische Zeichen einer Pulpairritation oder Sekundärkaries. Unsere Leistungsseite zur Parodontologie erklärt, warum auch bei Füllungsversorgungen die parodontale Gesundheit des umgebenden Zahnfleisches entscheidend für die Langlebigkeit ist.
Schrittweise Kariesentfernung und indirekte Pulpaüberkappung
Bei tiefen Kavitäten, bei denen die vollständige Kariesentfernung zu einer Pulpaexposition führen würde, hat sich die schrittweise Kariesentfernung als evidenzbasiertes Behandlungskonzept etabliert: In einer ersten Sitzung wird nur die äußere, bakterienreiche Karieszone entfernt; an der tiefen, erweichten Dentinzone wird eine Unterfüllung aus Calciumhydroxid oder Biodentine belassen und der Zahn mit Glasionomerzement verschlossen. Nach sechs bis zwölf Monaten hat sich Reizdentin gebildet und die verbleibende Kariezone remineralisiert; in einer zweiten Sitzung kann die Kavität dann vollständig ausgearbeitet und definitiv restauriert werden, ohne Pulpaeröffnung zu riskieren. Dieses Vorgehen rettet in klinischen Studien signifikant mehr Zähne vor der Wurzelkanalbehandlung als die aggressive Einzeitstrategie. Eine neuere Variante – die einzeitige nicht-selektive Kariesentfernung mit Verbleib der tiefen kariösen Dentinzone und sofortiger definitiver Versorgung – zeigt in aktuellen randomisierten Studien ebenfalls sehr gute Ergebnisse bei Verwendung von Biodentine oder MTA als Unterfüllmaterial; die aktuelle S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung empfiehlt beide Strategien als gleichwertige, evidenzbasierte Optionen. Unsere Leistungsseite zu schönen Zähnen zeigt, wie wir auch nach tiefer Kariesbehandlung mit modernen Restaurationsmaterialien ästhetische Ergebnisse erzielen. Unser Wiki-Beitrag zur richtigen Mundhygiene zu Hause zeigt, wie konsequente Mundhygiene tiefe Kavitäten verhindert und Unterfüllungen unnötig macht.
- Unterfüllung schützt die Pulpa bei tiefen Kavitäten – Material nach Tiefe und Risiko wählen
- Calciumhydroxid stimuliert Reizdentinbildung – aber begrenzte Festigkeit, heute eher punktuell eingesetzt
- Biodentine / MTA: modernes Calciumsilikat mit besserer Mechanik und Randqualität als Ca(OH)₂
- Schrittweise Kariesentfernung rettet Zähne vor Wurzelkanalbehandlung – evidenzbasiertes Konzept
Fazit: Unterfüllung bei Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek
Die Unterfüllung ist ein oft übersehener, aber wichtiger Bestandteil einer qualitativ hochwertigen Füllungsversorgung, der die Vitalität des Zahns langfristig schützen kann. In unserer Zahnarztpraxis Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek wählen wir das Unterfüllmaterial nach aktuellem wissenschaftlichem Standard individuell für jeden Befund aus. Als Zahnärzte und Zahnärztinnen mit Leidenschaft ist die langfristige Vitalerhaltung jedes Zahns für uns ein wichtiges Behandlungsziel. Dabei berücksichtigen wir stets sowohl die klinische Tiefe der Kavität als auch die individuelle Pulpasituation jedes Patienten. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin in unserer Zahnarztpraxis in Hamburg-Wandsbek und lassen Sie tiefe Kavitäten professionell und substanzschonend versorgen.

