Die Hemisektion ist ein zahnerhaltender chirurgischer Eingriff, bei dem bei einem mehrwurzeligen Zahn eine Wurzel zusammen mit dem zugehörigen Kronenteil entfernt wird, während der Rest des Zahns erhalten bleibt. Der Begriff leitet sich vom griechischen „hemi“ (halb) und dem lateinischen „sectio“ (Schnitt) ab und beschreibt treffend das Verfahren: Der Zahn wird sozusagen halbiert, und die kranke Hälfte wird entfernt. Die Hemisektion wird vor allem bei Unterkiefermolaren angewendet, die zwei getrennte Wurzeln besitzen (mesiale und distale Wurzel), da sich diese gut einzeln resezieren lassen. Voraussetzung für eine Hemisektion ist eine erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung der verbleibenden Wurzel sowie ausreichend gesundes Knochen- und Zahnfleischgewebe. In unserer Zahnarztpraxis Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek führen wir Hemisektionen durch, wenn dadurch ein sonst zur Extraktion verurteilter Zahn teilweise erhalten werden kann. Als Zahnärzte und Zahnärztinnen mit Leidenschaft bevorzugen wir immer die zahnerhaltende Therapie, wo sie sinnvoll und möglich ist.
Wir sind Zahnärzte in Hamburg-Wandsbek und helfen Ihnen gerne weiter.
Indikationen für die Hemisektion
Eine Hemisektion kommt in Frage, wenn eine oder mehrere Wurzeln eines Molaren so schwer erkrankt sind, dass sie nicht erhalten werden können, während die übrigen Wurzeln noch ausreichend gesund und parodontal stabil sind. Typische Indikationen sind: eine fortgeschrittene lokalisierte Parodontitis mit tiefem Knochenabbau an einer Wurzel, der nicht parodontalchirurgisch zu sanieren ist; eine Längsfraktur, die nur eine Wurzel betrifft; eine fortgeschrittene Karies oder interne Resorption an einer Wurzel, die endodontisch nicht mehr zu behandeln ist; oder eine endodontische Misserfolg (persistierende apikale Entzündung) an einer Wurzel, die durch eine Wurzelspitzenresektion nicht mehr sanierbar ist. Wichtig ist, dass die verbleibende Wurzel mit ihrer Krone-Wurzel-Relation prothetisch und parodontal langfristig belastbar ist und als Pfeiler für eine Krone oder als Teil einer Brücke eingesetzt werden kann. Unser Prophylaxe mit System-Konzept beinhaltet die regelmäßige Beurteilung der parodontalen Situation aller Pfeiler- und Restzähne.
Durchführung der Hemisektion
Die Hemisektion wird unter lokaler Betäubung durchgeführt. Zunächst erfolgt – sofern noch nicht geschehen – eine vollständige Wurzelkanalbehandlung aller Kanäle der verbleibenden Wurzel, um die Pulpa der verbleibenden Zahnhälfte dauerhaft zu versiegeln. Anschließend wird der Zahn mit einer Diamantschleifscheibe oder einem rotierenden Instrument präzise in der Furkation (dem Bereich, wo sich die Wurzeln teilen) durchtrennt. Der zu entfernende Wurzel-Kronen-Anteil wird mit einer Zange gelockert und extrahiert. Die verbleibende Zahnhälfte wird sofort mit einer provisorischen oder definitiven Krone versorgt, um die mechanische Belastung zu optimieren und die Bisspunktstabilität zu sichern. Danach heilt die Extraktionsstelle wie eine normale Zahnlücke aus. Informationen zur Nachsorge finden Sie in unserem Wiki-Beitrag zur zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung.
Prognose und Langzeitergebnisse
Die Prognose der Hemisektion ist bei sorgfältiger Patientenselektion und guter Nachsorge durchaus positiv. Studien zeigen, dass hemisezierte Unterkiefermolaren bei regelmäßiger Prophylaxe und parodontaler Nachsorge über viele Jahre funktionsfähig bleiben können. Entscheidend für den Langzeiterfolg sind die parodontale Gesundheit der verbleibenden Zahnhälfte, die Qualität der endodontischen Versorgung, eine gut angepasste prothetische Versorgung sowie die Compliance des Patienten bei der häuslichen Mundhygiene und den regelmäßigen Kontrollterminen. Risikofaktoren wie Rauchen, schlecht eingestellter Diabetes oder ungünstige anatomische Verhältnisse verschlechtern die Prognose. Vor der Entscheidung für eine Hemisektion wird in unserer Praxis immer eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Abwägung vorgenommen: Ist die erwartete Standzeit des erhaltenen Zahnanteils lang genug, um den Eingriff zu rechtfertigen? Unsere Leistungsseite zur Parodontologie zeigt, wie wir parodontal erkrankte Zähne langfristig und konsequent therapieren.
Hemisektion versus Extraktion und Implantat
Die Entscheidung zwischen Hemisektion und Extraktion mit anschließender Implantatversorgung ist eine der komplexesten Abwägungen in der modernen Zahnheilkunde. Beide Optionen haben ihre Berechtigung, und die Wahl hängt von mehreren Faktoren ab. Die Hemisektion bietet den Vorteil, natürliche Zahnhartsubstanz zu erhalten, auf eine Osseointegration zu verzichten und unter Umständen kostengünstiger zu sein. Allerdings sind die Langzeitergebnisse bei Implantaten bei gut ausgewählten Patienten in der Regel besser als bei hemisektierten Zähnen, insbesondere wenn die parodontale Situation an der Restwurzel kompromittiert ist. Ein weiteres Argument für das Implantat ist die bessere Reinigbarkeit: Hemisezierte Zähne haben im Furkationsbereich oft morphologische Gegebenheiten, die eine optimale häusliche Hygiene erschweren. In unserer Praxis in Hamburg-Wandsbek besprechen wir alle Optionen offen mit Ihnen und helfen Ihnen, die beste Entscheidung für Ihre individuelle Situation zu treffen. Unsere Leistungsseite zu Zahnimplantaten in Hamburg-Wandsbek erklärt alle Aspekte einer Implantatversorgung als Alternative.
Nachsorge nach der Hemisektion
Nach einer Hemisektion ist eine engmaschige parodontale Nachsorge entscheidend für den Langzeiterfolg. In den ersten Wochen nach dem Eingriff sollte eine weiche Ernährung eingehalten und übermäßige Kaukraftbelastung des operierten Bereichs vermieden werden. Regelmäßige Kontrolltermine alle drei bis sechs Monate dienen der Überprüfung der parodontalen Verhältnisse an der verbleibenden Wurzel, der Funktionalität der Krone und der Mundhygiene im Furkationsbereich. Spezielle Mundhygienemittel wie einbüschelige Bürsten oder speziell geformte Interdentalbürsten sind oft hilfreich, um den Bereich der ehemaligen Furkation optimal zu reinigen. Bei regelmäßiger professioneller Begleitung kann eine hemisezierte Zahnnhälfte viele Jahre als funktionsfähiger Pfeiler dienen. Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen sind nach einer Hemisektion besonders wichtig. Unser Wiki-Beitrag zur richtigen Mundhygiene zu Hause gibt Empfehlungen zur Reinigung in besonderen anatomischen Situationen.
- Hemisektion erhält einen Teil des Molaren, wenn nur eine Wurzel krankhaft verändert ist
- Voraussetzung: Wurzelkanalbehandlung der Restwurzel und ausreichend gesunder Knochen am verbleibenden Anteil
- Sorgfältige Nachsorge und häusliche Hygiene sind entscheidend für den Langzeiterfolg
- Implantat ist bei schlechter parodontaler Prognose der Restwurzel oft die bessere Langzeitalternative
Fazit: Hemisektion bei Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek
Die Hemisektion ist ein wertvolles Instrument der zahnerhaltenden Chirurgie, das in ausgewählten Fällen dazu beitragen kann, einen Teil eines stark erkrankten Molaren dauerhaft zu erhalten. In unserer Zahnarztpraxis Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek prüfen wir jeden Fall sorgfältig und entscheiden gemeinsam mit Ihnen, ob eine Hemisektion oder eine alternative Versorgung die bessere Lösung ist. Als Zahnärzte und Zahnärztinnen mit Leidenschaft setzen wir alles daran, natürliche Zahnsubstanz so lange wie möglich zu erhalten – und beraten Sie ehrlich, wenn eine Extraktion mit Implantatversorgung langfristig die bessere Prognose bietet. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin in unserer Zahnarztpraxis in Hamburg-Wandsbek und lassen Sie sich beraten.

