Glasionomerzement (GIZ) ist ein vielseitiger zahnärztlicher Werkstoff, der in den 1970er-Jahren entwickelt wurde und seither in der modernen Zahnheilkunde eine wichtige Rolle spielt. Er besteht aus einem Aluminium-Fluor-Silikat-Glaspulver und einer wässrigen Polyacrylsäurelösung, die beim Anmischen eine Säure-Base-Reaktion eingehen und zu einer festen, zahnfarben erscheinenden Matrix reagieren. Das besondere Merkmal des Glasionomerzements gegenüber Komposit ist seine Fähigkeit zur Fluoridabgabe: GIZ gibt kontinuierlich Fluoridionen an die umliegende Zahnsubstanz ab und wirkt so karieshemmend an den Randzonen der Restauration. Außerdem haftet er chemisch an Zahnschmelz und Dentin, ohne dass ein separater Adhäsiv-Bonding-Schritt erforderlich ist. In unserer Zahnarztpraxis Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek setzen wir Glasionomerzemente gezielt dort ein, wo ihre einzigartigen Eigenschaften am meisten nutzen. Als Zahnärzte und Zahnärztinnen mit Leidenschaft schätzen wir Werkstoffe, die sowohl sicher als auch biologisch vorteilhaft für unsere Patientinnen und Patienten sind.
Wir sind Zahnärzte in Hamburg-Wandsbek und helfen Ihnen gerne weiter.
Einsatzgebiete des Glasionomerzements
Glasionomerzement findet in der Zahnmedizin in mehreren klinischen Situationen Anwendung. Als Unterfüllungsmaterial (Basis) unter Kompositfüllungen wird GIZ eingesetzt, um tiefen Kavitäten einen karioshemmenden und biokompatiblen Untergrund zu geben, bevor die endgültige Kompositrestauration aufgebaut wird. Als definitives Füllungsmaterial eignet sich GIZ besonders bei Milchzahnkaries (da Milchzähne aus geringere Kaukraftbelastung resultieren) und bei Kavitäten im Wurzelbereich (Klasse-V-Füllungen), wo Kariesrisiko und Fluoridschutz besonders wichtig sind. Für temporäre Versorgungen – als provisorische Füllung nach einer Pulpaüberkappung oder zwischen Behandlungsschritten – ist GIZ wegen seiner einfachen Handhabung gut geeignet. Auch als Befestigungsmaterial (Luting-Zement) für Kronen, Inlays und kieferorthopädische Bänder wird GIZ eingesetzt, da die chemische Haftung und die Fluoridabgabe den Rand der Restauration schützen. Unser Prophylaxe mit System-Konzept berücksichtigt das individuelle Kariesrisiko bei der Auswahl der Füllungsmaterialien.
Konventioneller GIZ versus Kompomer und Glasomer
Die Werkstoffklasse der auf Glasionomerzement basierenden Materialien umfasst verschiedene Varianten. Der klassische konventionelle GIZ reagiert rein durch eine Säure-Base-Reaktion und wird mit Wasser angemischt – er ist einfach zu handhaben, hat aber geringere mechanische Eigenschaften als Komposit. Kompomere (Kunststoff-modifizierte Glasionomerzemente, RMGI) kombinieren die Glasionomer-Grundstruktur mit einer zusätzlichen Lichtpolymerisation: Sie sind stabiler, ästhetisch ansprechender und trotzdem in der Lage, Fluorid abzugeben. Glasomere (auch als glasionomerverstärkte Komposite bezeichnet) gehen noch einen Schritt weiter und nähern sich in ihren mechanischen Eigenschaften dem reinen Komposit an, behalten aber einen Teil der Glasionomer-Vorteile. Für die Auswahl des richtigen Materials ist es wichtig zu wissen, in welchem Bereich die Füllung sitzt, wie hoch die Kaukraftbelastung ist und wie ausgeprägt das Kariesrisiko des Patienten ist. Informationen zur Langzeitkontrolle von Restaurationen finden Sie in unserem Wiki-Beitrag zur zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung.
Fluoridabgabe: der besondere Vorteil des Glasionomerzements
Die Fluoridabgabe ist das wichtigste biologische Alleinstellungsmerkmal des Glasionomerzements. Fluorid, das kontinuierlich aus der Füllung freigesetzt wird, remineralisiert den Zahnschmelz in der unmittelbaren Umgebung der Füllung und wirkt bakteriostatisch gegen kariogene Keime. Dies ist besonders bedeutsam an Stellen, die für Sekundärkaries anfällig sind – also am Übergang zwischen Füllung und Zahnhartsubstanz (Randbereich). Darüber hinaus ist GIZ in der Lage, Fluorid zu speichern: Wenn es externen Fluoridquellen ausgesetzt wird (z. B. durch Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasta oder durch professionelle Fluoridierungen), nimmt es das Fluorid auf und gibt es zeitverzögert wieder ab (Fluorid-Reservoir-Funktion). Für Patienten mit einem erhöhten Kariesrisiko – Kinder, Patienten mit eingeschränkter Mundhygiene oder ausgedehnten Restaurationen – ist dies ein wichtiger klinischer Vorteil. Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen und Fluoridierungsmaßnahmen unterstützen die Fluorid-Reservoir-Funktion von GIZ-Restaurationen optimal.
Grenzen des Glasionomerzements
Trotz seiner Vorteile hat der Glasionomerzement klare Grenzen, die seinen Einsatz im Vergleich zu Komposit einschränken. Die mechanische Festigkeit von konventionellem GIZ ist geringer als die von Komposit oder keramischen Restaurationen: Er ist druckempfindlicher, anfälliger für Abrasion und für Frakturen unter hoher Kaukraftbelastung. Für Restaurationen im Seitenzahnbereich, wo hohe Kaudrücke wirken, ist GIZ daher meist nicht die erste Wahl. Ästhetisch ist GIZ weniger ansprechend als Komposit: Die Oberfläche kann nach dem Aushärten matt und porös wirken, wenn sie nicht sofort gut versiegelt wird. Auch die Feuchtigkeitsempfindlichkeit in der Abbindephase ist klinisch relevant: GIZ sollte in den ersten Minuten nach dem Einbringen nicht mit Speichel in Kontakt kommen, da überschüssige Feuchtigkeit die Abbindreaktion stören kann. In unserer Praxis in Hamburg-Wandsbek wählen wir für jede klinische Situation das am besten geeignete Material und informieren unsere Patientinnen und Patienten transparent über Vor- und Nachteile. Unsere Leistungsseite zur Parodontologie zeigt, wie wir in allen Behandlungsbereichen evidenzbasiert arbeiten.
Glasionomerzement in der Kinderzahnheilkunde
In der Pädodontie (Kinderzahnheilkunde) ist der Glasionomerzement besonders wertvoll. Für die Restauration kariöser Milchzähne – besonders für Füllungen, die nur für die begrenzte Verweildauer des Milchzahns halten müssen – bietet GIZ eine praktikable, kariesinhibierende und biokompatible Lösung. Das Atraumatic Restorative Treatment (ART), ein einfaches Füllungskonzept ohne motorische Bohrer, das in der mobilen Kinderzahnheilkunde und in ressourcenarmen Umgebungen eingesetzt wird, basiert auf der Verwendung von Glasionomerzement. Auch bei ängstlichen Kindern, die keine lange Behandlung tolerieren, ermöglicht die schnelle Verarbeitung und die chemische Haftung des GIZ eine schonende und effiziente Versorgung kariöser Milchzähne. Unser Wiki-Beitrag zur richtigen Mundhygiene zu Hause gibt Eltern Tipps zur Milchzahnpflege, damit GIZ-Füllungen so selten wie möglich notwendig werden.
- Glasionomerzement haftet chemisch an Zahnhartsubstanz und gibt kontinuierlich Fluorid ab – Schutz gegen Sekundärkaries
- Ideal für Milchzahnfüllungen, Kavitäten im Wurzelbereich, Unterfüllungen und provisorische Versorgungen
- Geringere mechanische Festigkeit als Komposit – nicht für hochbelastete Seitenzahnfüllungen geeignet
- Fluorid-Reservoir-Funktion: GIZ nimmt Fluorid aus Zahnpasta auf und gibt es zeitverzögert ab
Fazit: Glasionomerzement bei Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek
Glasionomerzement ist ein vielseitiger und wertvoller Werkstoff in der modernen Zahnheilkunde – besonders überall dort, wo Kariesschutz, chemische Haftung und Biokompatibilität im Vordergrund stehen. In unserer Zahnarztpraxis Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek setzen wir Glasionomerzemente gezielt und indikationsgerecht ein und kombinieren sie bei Bedarf mit Komposit, um das Beste aus beiden Materialwelten zu vereinen. Als Zahnärzte und Zahnärztinnen mit Leidenschaft freuen wir uns, wenn die richtige Materialauswahl dazu beiträgt, Zähne langfristig gesund zu erhalten. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin in unserer Zahnarztpraxis in Hamburg-Wandsbek und lassen Sie sich zu Ihren Füllungsoptionen beraten.

