Distraktionsosteogenese ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem Knochen durch kontrollierte, schrittweise Trennung und anschließende Dehnung zur Bildung neuen Knochengewebes angeregt wird. Das Prinzip beruht auf der biologischen Fähigkeit des Knochens, bei langsam wirkenden Zugkräften aktiv neues Gewebe zu bilden, ohne dass eine Knochentransplantation notwendig ist. In der Zahnmedizin und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie findet die Distraktionsosteogenese vor allem beim Aufbau von atrophischem Kieferknochen Anwendung, etwa wenn durch Zahnverlust, Traumata oder angeborene Fehlbildungen nicht genug Knochenvolumen für eine Implantatversorgung vorhanden ist. In unserer Zahnarztpraxis Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek informieren wir unsere Patientinnen und Patienten über alle Möglichkeiten der Knochenaugmentation und weisen auf spezialisierte Behandlungszentren hin, wenn komplexe kieferchirurgische Eingriffe erforderlich sind. Als Zahnärzte und Zahnärztinnen mit Leidenschaft begleiten wir unsere Patientinnen und Patienten auch bei der Vorbereitung auf solche weiterführenden Behandlungen.
Wir sind Zahnärzte in Hamburg-Wandsbek und helfen Ihnen gerne weiter.
Das Prinzip der Distraktionsosteogenese
Die biologische Grundlage der Distraktionsosteogenese wurde von dem russischen Orthopäden Ilizarov beschrieben und später auch für den Kieferbereich adaptiert. Nach einer Osteotomie, also der chirurgischen Durchtrennung des Knochens, wird dieser mit einem Distraktionsgerät versehen. Über mehrere Wochen wird das Gerät täglich um kleine Schritte von meist 0,5 bis 1 Millimeter aktiviert, was die entstehende Knochenwunde schrittweise auseinanderzieht. In der so entstandenen Distraktionszone bildet der Körper zunächst faseriges Kallusgewebe, das sich nach und nach in reifen Lamellenknochen umwandelt. Nach Abschluss der Distraktion verbleibt das Gerät noch für mehrere Wochen in Position, damit der neue Knochen vollständig mineralisieren kann. Das Ergebnis ist neues, körpereigenes Knochengewebe ohne die Entnahme eines Transplantats von einem anderen Körperbereich. Unsere Leistungsseite zu Zahnimplantaten in Hamburg-Wandsbek erklärt, welche Knochenaufbauverfahren im Vorfeld einer Implantatversorgung eingesetzt werden können.
Anwendungsgebiete in der Zahnmedizin
Im zahnmedizinischen und kieferchirurgischen Bereich wird die Distraktionsosteogenese vor allem in folgenden Situationen eingesetzt: beim vertikalen Knochenaufbau am Unterkiefer oder Oberkiefer vor der Implantatinsertion, wenn andere Augmentationsverfahren nicht ausreichen oder nicht möglich sind. Sie findet außerdem Anwendung bei der Verlängerung des Unterkiefers zur Korrektur von Kieferfehlstellungen, beim Aufbau des Knochens nach Tumorresektionen sowie bei Kindern mit bestimmten Fehlbildungen des Gesichtsschädels. Im Vergleich zu herkömmlichen Knochenaugmentationen mit Transplantaten oder synthetischen Materialien ermöglicht die Distraktionsosteogenese in manchen Fällen ein größeres Volumen an neuem Knochen. Die Behandlung erfordert jedoch zwei chirurgische Eingriffe, nämlich das Einsetzen und das Entfernen des Distraktors, und eine mehrwöchige aktive Aktivierungsphase durch den Patienten selbst. Unser Wiki-Beitrag zur Implantologie und Knochengesundheit bietet weiterführende Informationen zur Implantatvorbereitung.
Planung und Ablauf einer Distraktionsosteogenese
Die Planung einer Distraktionsosteogenese erfordert eine sorgfältige dreidimensionale Bildgebung, in der Regel eine digitale Volumentomographie, um das verfügbare Knochenvolumen exakt zu bestimmen und den Distraktor optimal zu positionieren. Anhand der Bilddaten wird die Distraktion computergestützt geplant und der geeignete Distraktor ausgewählt. Der eigentliche chirurgische Eingriff erfolgt unter Vollnarkose oder tiefer Sedierung und schließt eine Osteotomie sowie die Befestigung des Distraktors ein. In der postoperativen Phase folgt zunächst eine Latenzphase von etwa einer Woche, in der sich das Kallusgewebe bildet, bevor mit der täglichen Aktivierung begonnen wird. Die gesamte Behandlungsdauer von der Operation bis zur Entfernung des Distraktors kann je nach angestrebtem Knochengewinn mehrere Monate betragen. Eine enge Betreuung durch das behandelnde chirurgische Team ist in dieser Phase essenziell. Informationen zu unserer Vorsorge- und Nachsorgebegleitung finden Sie in unserem Wiki-Beitrag zur zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung.
Distraktionsosteogenese und Implantologie
Der häufigste Anlass für eine Distraktionsosteogenese im zahnmedizinischen Bereich ist die Vorbereitung für eine Implantatversorgung bei stark reduziertem Knochenkamm. Wenn durch Zahnverlust oder andere Ursachen vertikal und horizontal zu wenig Knochen vorhanden ist, um ein Implantat sicher zu verankern, kann durch Distraktion gezielt neues Knochenvolumen geschaffen werden. Das besondere daran ist, dass nicht nur der Knochen selbst, sondern auch das Weichgewebe, also Zahnfleisch und Schleimhaut, durch den Distraktionsprozess mitwachsen und dabei oft ein natürlicheres Ergebnis entstehen kann als bei herkömmlichen Augmentationen. Gerade in ästhetisch anspruchsvollen Regionen des Frontzahnbereichs ist das simultane Mitwachsen der Weichgewebe ein wesentlicher Vorteil, da nach anderen Augmentationstechniken oft eine zusätzliche Weichgewebetransplantation erforderlich ist. Die implantatgestützte Versorgung wird in diesen Fällen nach vollständiger Konsolidierung des neuen Knochens in einem separaten Eingriff geplant. Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen und Kontrolltermine sind nach der Implantatversorgung unverzichtbar für den Langzeiterfolg.
Risiken und Nachsorge
Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Distraktionsosteogenese Risiken, die vorab ausführlich besprochen werden müssen. Dazu gehören Infektionen, Geräteprobleme wie Lockerung oder Fraktur des Distraktors, ein unzureichendes oder fehlgerichtetes Knochenwachstum sowie eine verzögerte Konsolidierung. Manche Patientinnen und Patienten empfinden die tägliche Aktivierungsroutine als belastend, da sie über Wochen hinweg zu einem festen Bestandteil des Alltags wird und kleine Fehler in der Aktivierungsfrequenz das Ergebnis beeinflussen können. Eine sorgfältige Mundhygiene während der Behandlungszeit ist essenziell, um Entzündungen rund um den Distraktor zu vermeiden. Unser Prophylaxe mit System-Konzept begleitet Patientinnen und Patienten auch in Phasen komplexer chirurgischer Behandlungen mit strukturierter Hygienebegleitung. Weiterführende Informationen zu Erkrankungen des Kauapparats, die eine chirurgische Therapie erfordern können, finden Sie in unserem FAQ-Beitrag zur Parodontose und ihrer Behandlung.
- Distraktionsosteogenese regt die körpereigene Knochenbildung durch kontrollierte Dehnung an, ohne dass ein Transplantat entnommen werden muss
- Hauptanwendung in der Zahnmedizin: vertikaler und horizontaler Knochenaufbau vor der Implantatversorgung
- Mehrwöchige Aktivierungsphase erfordert tägliche Betätigung des Distraktors durch den Patienten selbst
- Enge Betreuung durch Zahnarzt und Kieferchirurg sowie konsequente Mundhygiene sichern den Behandlungserfolg
Fazit: Distraktionsosteogenese bei Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek
Distraktionsosteogenese ist ein anspruchsvolles, aber hochwirksames Verfahren, das auch Patientinnen und Patienten mit stark reduziertem Knochenangebot eine Implantatversorgung ermöglichen kann. In unserer Zahnarztpraxis Quarree Dental in Hamburg-Wandsbek beraten wir Sie umfassend zu den Möglichkeiten der Knochenaugmentation und koordinieren bei Bedarf die Überweisung zu einem spezialisierten kieferchirurgischen Zentrum. Als Zahnärzte und Zahnärztinnen mit Leidenschaft freuen wir uns, wenn auch Patientinnen und Patienten mit schwierigen Ausgangssituationen am Ende mit festsitzendem Zahnersatz versorgt werden können. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin in unserer Zahnarztpraxis in Hamburg-Wandsbek und lassen Sie uns gemeinsam die beste Lösung für Ihre Situation finden.

